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Das Thema Womacka-Mosaiken bleibt weiterhin aktuell


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02.03.26 Seit das Stadtteilzentrum im vergangenen Jahr die beiden Wand-Mosaiken des DDR-Künstler Professor Walter 'Womacka in den Mittelpunkt des Interesses rückte, bleibt das Thema aktuell. Die Redaktion erhielt jetzt dazu einen Leserbrief vom ehemaligen Stadtrat für Gesundheit Dr. Heinrich Niemann. 



Medizinalrat Dr. med. HEINRICH NIEMANN, von 1992 bis 2006 war er gewählter Stadtrat in Marzahn-Hellersdorf, darunter 11 Jahre für das Gesundheitswesen verantwortlich.

Foto: Uta Baranovskyy


Angeregt durch die für Besucherinnen leicht zu erreichenden und zu betrachtenden von Walter Womacka gestalteten beiden großen Wandmosaike “Frieden“ und „Arbeit für das Glück des Menschen“ (je ca 72m² ) an markanten Orten der Marzahner Promenade unweit des Stadtteilzentrums Marzahn-Mitte der Volkssolidarität Berlin e. V. bildete sich eine Initiative zur Würdigung des 100. Geburtstages dieses prominenten Malers der DDR.

Ihr gehörten neben dem Stadtteilzentrum das dortige Büro des Kreisvorstandes der DGB, der Heimatverein Marzahn-Hellersdorf, Bezirksverordnete, ein Vertreter der „Hellen Panke“ sowie der langjährige Bezirksstadtrat Dr. H Niemann an.

Für die Ehrung wurde ein zweiwöchiges Programm für den Zeitraum vom 15. bis 26. September 2025 konzipiert, in den auch der 10. Todestag des Künstlers am 18.9.25 fiel.

An der Eröffnung durch Dr. H. Niemann nahmen die langjährige Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages Petra Pau, der stellv. Bundesvorsitzende der Volkssolidarität e.V. Dr. Uwe Klett, Bezirksstadträtin Juliane Witt und Bezirksverordnete teil. Vom Vors. des Freundeskreises Walter Womacka e.V. Gerd Schulz erhielten wir Grüße. Wolfgang Reuter umrahmte die Eröffnung der Ausstellung musikalisch

Ausstellung von 12 Originalarbeiten von Walter Womacka im Stadtteilzentrum, davon sechs geliehen aus dem Kunstarchiv in Beeskow und sechs von privaten LeihgeberInnen. In Vitrinen wurden verschiedene Anschauungsmaterialien zu Womackas Biografie gezeigt, dabei Reproduktionen seines wohl bekanntesten Werkes „Am Strand“.

Eine zunehmende Besucherzahl der Ausstellung (bis zu 50 täglich, ca 500 insgesamt) war zu verzeichnen.  Besonderes Interesse fanden das große Bild „Baustelle an der Jannowitzbrücke“, das Porträt von Erika Steinführer und auch besonders seine Grafik „Anne und die Windmühle“                                                                                                           

Die drei Vorträge der Kunstwissenschaftlerin Dr. Tippach-Schneider, des Architekten Prof. Dr. Eisentraut und Petra Paus zum Platz Womackas in der Kunst der DDR, über seine Bedeutung für die Kunst am Bau in Berlin sowie zum Stellenwert der Kunsterziehung in der polytechnischen Schule der DDR fanden insgesamt mehr als 110 Zuhörer. Sie wurden moderiert von Dr. Niemann, O.M. Ostertag (Vors. des Heimatvereins MH) sowie Ute Thomas und Dagmar Poetzsch.                                                                                         


                              

Die insgesamt acht Führungen an vier Tagen unmittelbar an den beiden Wandbildern wurden von insgesamt 80 bis 90 Besuchern wahrgenommen. Dabei hob die Bundestagsabgeordnete Katalin Gennburg die stadtpolitische Bedeutung solcher Kunstwerke hervor.

Mit einer Information für die Presse konnten die „Berliner Zeitung“ (auch online), „Neues Deutschland“, die „Junge Welt“, der Tagesspiegel, das Wochenblatt für Beiträge gewonnen werden. Die Berliner Abendschau des RBB informierte am 16. 9. 25 ausführlich über die Marzahner Ehrung. Dabei kamen Prof. Eisentraut und Dr. Niemann mit Kurzinterviews zu Wort.

Für die Besucher wurde eine Information zur Biografie Womackas, zur Entstehung der beiden Mosaike und zu den ausgestellten Arbeiten erarbeitet. Es wurden Filmaufnahmen und einige Mitschnitte angefertigt.

Aus den Gesprächen mit BesucherInnen wurde deutlich, dass von manchen in Marzahn bzw. auch in der Nähe der Wandmosaike wohnenden Besucher diese beiden Kunstwerke bisher kaum bewusst wahrgenommen wurden.

Dabei spielt auch eine Rolle, dass sie zum Teil von der davor befindlichen Bepflanzung etwas verdeckt werden und es keine Hinweise zu diesen Kunstwerken gibt. Bis hin zum Fakt, dass z.B. dort befindliche Sitzbänke nicht in Blickrichtung der Mosaike aufgestellt sind.

Die zahlreichen Besucher aus anderen und dabei besonders auch aus West-Berliner Stadtbezirken waren zum Teil zum ersten Mal gezielt nach Marzahn gekommen, um sich diese Kunstwerke anzusehen. Einzelne Besucher kamen auch aus anderen Bundesländern sowie aus Polen, Japan, der Schweiz und Frankreich.

Es wurden mit Unterstützung der Wohnungsbau-Gesellschaft DEGEWO zwei Informationstafeln mit den wichtigsten Daten zu den Mosaiken in Auftrag gegeben, die zum 100. Geburtstag am 22.12.25 feierlich eingeweiht wurden. Die Finanzierung erfolgte aus Spendengeldern der Besucher.

Insgesamt ist es mit diesem Projekt sehr gut gelungen, das Interesse von Bürgern und der Öffentlichkeit erfolgreich und sinnfällig auf die Existenz und die städtebauliche Bedeutung von Kunstwerken für die Gestaltung des Stadtraumes und ihres   Wohnumfeldes zu lenken.

Das Bezirksamt und die BVV  Marzahn-Hellersdorf werden über diese Ergebnisse informiert. Vorschläge zum weiteren sorgsamen Umgang mit den in den Großsiedlungen befindlichen fast 300 Kunstwerken gehören dazu. Dazu sollen geeignete Veranstaltungen zur Ehrung weiterer Künstler und ihrer Arbeiten im Marzahn-Hellersdorf gehören. Dazu gehört die Wiederherstellung der stark beschädigten Kupferarbeit Womackas an der Allee der Kosmonauten unweit der Richtkrone wie auch eine angemessene Pflege des unmittelbaren Umfelds der Kunstwerke.

Im Auftrag der Initiative Womacka-Ehrung      


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