Aus der inneren Ruhen bringen lassen sie sich nur selten

15.05.26 Ein Entenpärchen ist jetzt öfter in den früher Morgenstunden, wo es noch relativ ruig ist auf dem Victor-Klemperer-Platz, am und im Brunnen zu beobachten. Aus der inneren Ruhen bringen lassen sie sich nur selten.
Enten haben sich in Großstädten wie Berlin erstaunlich gut angepasst. Besonders häufig sieht man Stockenten an Kanälen, Seen, Flüssen und Parks. Ihr Verhalten unterscheidet sich teilweise deutlich von wilden Populationen auf dem Land.
Verhalten in der Stadt
- Enten sind in Städten oft weniger scheu gegenüber Menschen.
- Sie lernen schnell, wo es regelmäßig Futter gibt (Parks, Uferpromenaden, Biergärten).
- Viele bleiben ganzjährig in der Stadt, weil Winter durch menschliche Wärmeinseln milder sind und Nahrung leichter verfügbar ist.
- Stadtenten leben oft dichter zusammen als auf dem Land.
Nisten
Stockenten bauen ihre Nester überraschend vielseitig:
- im Schilf an Gewässern
- unter Büschen
- auf Innenhöfen
- auf Balkonen oder Dachterrassen
- manchmal weit entfernt vom Wasser
Das Weibchen polstert das Nest mit Daunen aus. Nach dem Schlüpfen führt die Mutter die Küken oft durch Straßen oder Parks zum nächsten Gewässer. In Berlin sieht man das häufig im Frühjahr.
Paarung
Bei Stockenten beginnt die Paarungszeit oft schon im Herbst/Winter:
- Erpel balzen mit Kopfbewegungen, Pfeiflauten und Gefiederzeigen.
- Im Frühjahr kommt es häufig zu Konkurrenzkämpfen zwischen Männchen.
- Nach der Eiablage verlassen viele Erpel die Weibchen; die Aufzucht übernimmt meist allein die Ente.
Nahrung
Enten sind Allesfresser:
- Wasserpflanzen
- Samen
- Gras
- Insekten
- Schnecken
- kleine Wassertiere
In Städten nutzen sie zusätzlich menschliche Nahrungsquellen:
- Brot
- Essensreste
- Getreide
Zu viel Brot ist allerdings problematisch:
- wenig Nährstoffe
- kann Gewässer belasten
- fördert Krankheiten und Ratten
Besser geeignet:
- Haferflocken
- Körner
- Erbsen
- Salat
Nähe zu Menschen
Stadtenten entwickeln oft eine hohe Toleranz gegenüber Menschen:
- sie erkennen regelmäßige Fütterer
- sie betteln gezielt um Nahrung
- manche lassen Menschen sehr nah heran
Trotzdem bleiben sie Wildtiere:
- Küken sollten nicht angefasst werden
- Hunde können Brut und Jungtiere stark stressen
- während der Brutzeit reagieren Weibchen empfindlich auf Störungen
Besonderheit in Berlin
In Berlin profitieren Enten von:
- vielen Parks und Gewässern
- relativ mildem Stadtklima
- zahlreichen künstlichen Wasserflächen
- Fütterung durch Menschen
Typische Orte:
- Tiergarten
- Landwehrkanal
- Spree
- Tempelhofer Feld nahe Regenrückhaltebecken
- Volkspark Friedrichshain
- Brunnen Victor-Klemperer-Platz Marzahner Promenade
Dadurch gehören Enten heute fest zum urbanen Ökosystem Berlins.