8. Mai

LTI - Lingua Tertii Imperii: Sprache des Dritten Reiches

08.05.22 Während des vergangenen Promenadenfrühstücks diskutierten die Beteiligten auch darüber, dass fast alle Plätze der Promenade keinen richtigen Namen haben. Nur einer.

Der Victor-Klemperer-Platz ist der größte Platz in der Promenade und bietet sich für zahlreiche Veranstaltungen an. Wer aber war Victor Klemperer, der Namensgeber dieses Platzes?

Natürlich finden wir da beste Informationen bei Wikipedia:

Victor Klemperer (* 9. Oktober 1881 in Landsberg an der Warthe; † 11. Februar 1960 in Dresden) war ein deutscher Literaturwissenschaftler, Romanist und Politiker.

Zu seiner Bekanntheit über die Fachgrenzen hinaus trugen neben seiner Abhandlung „LTI – Notizbuch eines Philologen“ (Lingua Tertii Imperii: Sprache des Dritten Reiches) vor allem seine ab 1995 unter dem Titel „Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten“ (1933–1945) herausgegebenen Tagebücher beiin denen er akribisch seine Alltagserfahrungen im Zeichen der Ausgrenzung als intellektueller protestantischer Konvertit jüdischer Herkunft aus der deutschen Gesellschaft in der Zeit des Nationalsozialismus dokumentierte.

 Im Jahr 1920 wurde er als Professor für Romanistik an die Technische Hochschule Dresden berufen.

Nach Inkrafttreten des Reichsbürgergesetzes wurde Klemperer unter Federführung des Gauleiters Martin Mutschmann aus seiner Professur in den vorzeitigen Ruhestand versetzt.

Während der Kriegsjahre legte er mit seinen Tagebuchaufzeichnungen die Grundlage für seine spätere Abhandlung zur Sprache des Dritten Reiches, der „LTI“ (Lingua Tertii Imperii).

1940 wurden er und seine Frau aus ihrem 1934 bezogenen Haus Klemperer in Dölzschen bei Dresden vertrieben; ab dann lebten sie in diversen „Judenhäusern“ in Dresden.

Die Luftangriffe auf Dresden in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 überstand das Paar mit geringen Verletzungen und entkam der drohenden Deportation am 16. Februar.

Wie Klemperer später schilderte, nutzten seine Frau und er das Chaos in der Bombennacht, um sich den Judenstern herunterzureißen.

1945 konnte Klemperer als Professor an die TH Dresden zurückkehren. Von 1947 bis 1960 war Klemperer an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und zuletzt an der Humboldt-Universität zu Berlin tätig.

Victor Klemperer starb am 11. Februar 1960 im Alter von 78 Jahren.

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